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2. Motivation
Alzheimer ist wohl jedem ein Begriff, und doch setzen sich die wenigsten mit jener Krankheit auseinander, die sich in Zukunft leicht zur „Volkskrankheit Nummer eins“ mausern könnte. Auch wenn vor allem alte Menschen an Alzheimer erkranken, so betrifft die Diagnose indirekt immer auch junge Menschen, nämlich als Angehörige und FreundInnen.
Wie soll man reagieren, wenn man merkt, dass die eigene Oma / der eigene Opa immer mehr Dinge vergisst oder verwechselt und generell zunehmend verwirrt ist? Wie geht man dann richtig mit ihr oder ihm um? Kann man den Verfall stoppen?
Ein Mitschüler stand vor diesen Fragen. Bei seinem Opa wurde Morbus Alzheimer diagnostiziert. Er wollte mehr über die Krankheit wissen und sie besser verstehen. Für uns und auch für unseren Projektleiter Prof. Konrad Steiner waren viele seiner Fragen zunächst unbeantwortbar. Also entschlossen wir uns kurzerhand, die Alzheimer-Krankheit in den Mittelpunkt eines Schulprojektes zu stellen. Im Laufe des Projekts wurde uns dann klar, dass fast jeder von uns auf die eine oder andere Weise im persönlichen Umfeld mit dem Krankheitsbild Alzheimer konfrontiert war. Was den Umgang mit erkrankten Menschen anging, waren wir alle gleich ratlos und eher unsicher.
So gingen wir also auf unsere spannende Reise in die faszinierende Welt der Wissenschaft. Wir wollten die Möglichkeiten unseres Schullabors ausnutzen und mit top-aktuellen Methoden und High-Tech-Geräten der Forschung arbeiten. Nicht zuletzt wussten wir, dass eine Projektarbeit Abwechslung zum grauen Schulalltag bedeuten würde.
Natürlich hatten wir uns einen großen Brocken vorgenommen, was uns allerdings nur noch mehr anspornte. Immerhin gilt die Demenz-Krankheit trotz intensiver Forschungsarbeit nach wie vor als unheilbar. Für den Laborteil nahmen wir uns vor, die Auswirkungen der kleinen miRNA auf die Plaque-Bildung zu untersuchen, also auf das, was man umgangssprachlich „Verkalkung“ nennt.
Als Kontrastprogramm zur naturwissenschaftlichen, kniffligen Laborarbeit organisierten wir einen Workshop mit einer klinischen Psychologin zum Thema „Demenz verstehen“. Es ging darum, wie man Demenz frühzeitig erkennen kann und wie man respektvoll und „korrekt“ mit Betroffenen umgeht. Außerdem besuchten wir – sozusagen als Abrundung – ein Altenwohnheim und die Universitätsklinik für Geriatrie. So erhielten wir ein sehr detailliertes und umfangreiches Bild von der Krankheit.
Zugegeben, wir hatten vor den Besuchen unsere Ängste, aber vor allem große Erwartungen – die schließlich haushoch übertroffen wurden. Das Krankheitsbild wurde uns buchstäblich hautnah vor Augen geführt. Beim Plaudern mit den Menschen im Altenwohnheim konnten wir das zuvor angeeignete Wissen praktisch anwenden, und vor allem durch diese Gespräche rückte der Begriff Alzheimer für uns in ein neues Licht. Aus dem direkten Umgang mit erkrankten Personen haben wir viel für unser späteres Leben mitnehmen können. Das dort Erlebte wird uns sicherlich nützlich sein, sollten wir später einmal in der eigenen Umgebung mit einem Fall von Demenz konfrontiert sein – denn treffen kann es jeden.
Abschließend sei noch einmal nachdrücklich gesagt: Wer denkt, Jugend und Alzheimer seien Gegensätze, der irrt. Es lohnt sich durchaus, sich schon in jungen Jahren mit der Krankheit zu befassen. Erstens, weil man als Angehöriger immer mitbetroffen ist. Und zweitens, weil es dadurch möglich wird, dem Aufstieg von Alzheimer zur „Volkskrankheit Nummer eins“ entgegenzuwirken. Im Hinblick auf eine zukünftige, überalterte Gesellschaft ist ein vorausschauender Umgang mit der Alzheimer-Krankheit sehr wichtig, möchte man das Gesundheitssystem funktionsfähig erhalten. Je länger die Krankheit im Griff behalten werden kann, je länger betroffene Personen daheim gepflegt werden können, desto besser. Durch gesunde Ernährung und Sport, aber auch durch regelmäßiges Gehirntraining ist es möglich, den Ausbruch der Krankheit hinauszuzögern.