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3. Die Alzheimer-Krankheit
„Jo da Opa / die Oma is hoid a bissl zerstreut“ – mit derart knappen Feststellungen begnügen sich viele Angehörige von Gedächtnis-Beeinträchtigten. Doch was steckt hinter der Verwirrung im höheren Alter? Was sagt die moderne Naturwissenschaft dazu? Wir wollten diesen Fragen nachgehen, auch wenn wir als Jugendliche weit vom Altern entfernt sind.
Um professionellen „Input“ zu bekommen besuchten wir zunächst eine Vorlesung von Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder an der Universität Salzburg. Weiters kam Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Staffen für einen Vortrag zu uns an die Schule. Die psychosozialen Aspekte der Demenz brachte uns schließlich Frau Dr. Helga Schloffer in einem umfangreichen Workshop näher.
„Demenz“ ist die grundlegende Bezeichnung für ein „Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, das zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führt und meist mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einhergeht“ (lt. Lit. 2). Allein in Österreich sind derzeit rund 100.000 Menschen von Demenz betroffen (lt. Lit. 3).
Die Demenz wird nach der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und Gesundheitsprobleme“ der WHO in drei Kategorien eingeteilt (lt. Lit. 2):
 
Degenerative Demenz:
Von degenerativer Demenz spricht man, wenn die Krankheit mit einem Abbau von Gehirnzellen verbunden ist. In diese Kategorie fällt die bekannte Erkrankung Alzheimer (lt. Lit. 1).
Vaskuläre Demenz:
Die vaskuläre Demenz tritt als Begleiterscheinung von Gefäßerkrankungen im Gehirn und damit verbundenen Durchblutungsproblemen auf. Ihre Symptome sind sehr verschieden, die Diagnose wird meist mittels einer Kernspintomographie gestellt (lt. Lit 5).
Symptomatische Demenzformen:
Demenz kann auch als Symptom anderer Krankheiten auftreten, zum Beispiel bei Cholera-Huntington, beim primären Parkinson-Syndrom oder bei HIV. Demenz kann auch in Verbindung mit einem Überschuss an Kalzium, einem Vitamin-B12-Mangel oder Epilepsie auftreten.
 
Bei 50-60% der Demenzbetroffenen diagnostizieren Ärztinnen und Ärzte schließlich Alzheimer.
Morbus Alzheimer wurde erstmals von dem deutschen Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer beschrieben, während er sich mit dem Fall der 50-jährigen Auguste Deter beschäftigte. Nach ihrer Einweisung in die Frankfurter Nervenklinik 1901 begleitete Alzheimer seine Patientin bis zu ihrem Tod 1906 (lt. Lit. 4).
Es ist allgemein bekannt, dass die Alzheimer-Krankheit – anders als im Fall der 50-jährigen Auguste Deter – hauptsächlich alte Menschen betrifft. Das Risiko steigt ab dem 65. Lebensjahr massiv an, unter den 80- bis 85-jährigen sind fast 20% betroffen. Weltweit sind ca. 29 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt. Die UNO prophezeit allerdings bis 2050 einen Anstieg auf 106 Millionen Fälle (lt. Lit. 4): Die Zahl an älteren Personen wächst, die „Generation Baby Boom“ fällt relativ „plötzlich“ in das Risikoalter für Alzheimer. Ob unser westliches Pflegesystem das kompensieren können wird, wird sich zeigen, darf nach momentanem Stand allerdings angezweifelt werden.
Früher lebten alle Generationen einer Familie in einem Haus, und es waren genug Menschen vor Ort, um eine/n Erkrankte/n zu versorgen. Die Pflege lief gewissermaßen „nebenbei“ mit und belastete kein Familienmitglied übermäßig. Heute hingegen leben viele Familien getrennt und nicht selten sind die Familienmitglieder ausnahmslos berufstätig. So entstand die Alternative Pflegeheim, eine Alternative, die sich in dieser Form ähnlich dem Pensionssystem nicht mehr lange finanzieren lassen wird, wenn die Zahl der Berufstätigen, die das Sozialsystem tragen, im Verhältnis zu den „Getragenen“ weiter abnimmt (lt. Lit.6).
Ein Pflegeplatz in einem Pflegeheim kostet derzeit (2012) in Österreich ca. 1500-3500 € monatlich! Wenn das Pflegegeld dafür nicht ausreicht, werden entweder die Verwandten zur Kassa gebeten oder kann das Grundstück der/des Betroffenen dem Staat überschrieben werden (lt. Lit. 7). Sofern die Verwandten dadurch nicht überfordert sind, ist Pflege zu Hause eine gute Alternative. Zum Vergleich: Ein Jahr Pflegeheim kostet ungefähr 35.000 €, Pflege zu Hause "nur" rund 12.000 € (lt. Lit. 1). Das österreichische Pflegesystem würde durch vermehrte häusliche Pflege enorm entlastet. Trotzdem wählen viele das Pflegeheim – weil sie mit der Tatsache, dass Mutter oder Vater krank sind, nicht umgehen können oder die häusliche Pflege aus anderen Gründen nicht gewährleisten können.
 
 
 
 
 
 
 
 
Literaturverzeichnis:
1) Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder: Vortrag „Demenz – Die ‚vergessene‘ Zukunft“
Doz. OA Dr. Wolfgang Staffen: Vortrag „Demenzielle Syndrome“
Dr. Helga Schloffer: Workshop: „Demenz – Der Mensch ist weit mehr als sein Verstand“
2) http://de.wikipedia.org/ wiki /Demenz
3) http://www.alzheimer- selbsthilfe .at/
4) http://de.wikipedia.org/ wiki /Alzheimer- Krankheit
5) http://de.wikipedia.org/ wiki /Subkortikale_a rteriosklerotische _Enzephalopathie
6) http://de.wikipedia.org/ wiki /Altenpflege
7) http://www.seniorenheim.at/ pflegeheime /start7 /info/ kosten.htm